Core Web Vitals - Google INP (Interaction to Next Paint) erklärt

Core Web Vitals - Google INP (Interaction to Next Paint) erklärt

Möchtest du mehr zum Thema Inp erfahren?

Die Google Core Web Vitals sollten dir inzwischen ein Begriff sein. Mit den Metriken versucht Google nämlich schon seit geraumer Zeit, Websites vergleichbar zu testen, und zwar sowohl in technischer Hinsicht als auch im Bereich der Nutzererfahrung. Dazu führte Google zunächst den First Contentful Paint und den Largest Contentful Paint ein, den First Input Delay und etablierte außerdem die Messung des Cumulative Layout Shift einer Website.

Mit diesen Werten gelang es Google, maßgebliche Faktoren für die Nutzererfahrung zu messen und Websites so gezielt gegenüberstellen zu können. Jetzt hat das Unternehmen mit der sogenannten Interaction to Next Paint (INP) eine neue Core Web Metrik eingeführt. Damit löst Google sein Versprechen ein, dass die Core Web Vitals sich in beständiger Weiterentwicklung befinden und Metriken hinzukommen, sobald Google einen Sinn darin sieht, die jeweiligen Messungen zu erweitern.

Mit der Interaction to Next Paint sieht Google nun einen solchen und erweitert die Core Web Vitals um den INP. Was genau der aussagt, wie du WordPress für die neue Metrik optimieren kannst und was der Wert für deine Rankings bedeutet, darüber spreche ich im Artikel noch einmal etwas ausführlicher.

Welche Core Web Vitals gibt es?

In meinem Artikel zu den Core Web Vitals hatte ich bereits alle Werte entsprechend aufgeschlüsselt und zudem aufgezeigt, was sie bedeuten. Wer mehr darüber erfahren möchte, findet den Beitrag hier im Blog. An dieser Stelle jetzt aber noch einmal kurz und knapp, was es für Core Web Vitals gibt, inklusive des noch ganz neuen INP, gefolgt von einer kurzen Erklärung.

LCP: Largest Contentful Paint

LCP: Largest Contentful Paint
LCP: Largest Contentful Paint

Mit dem Largest Contentful Paint wird die Zeit gemessen, die eine URL benötigt, um die Inhalte vollständig zu rendern. Und zwar bis zum Largest Contentful Paint. Letzteres ist in der Regel ein Bild oder ein Video, also ein großes Objekt, welches geladen werden muss.

FID: First Input Delay

FID: First Input Delay
FID: First Input Delay

Der First Input Delay beschreibt die Reaktion des Browsers auf eine Nutzerinteraktion. Klickt der Nutzer auf etwas, entsteht ein Delay, ehe der Browser die Aktion erkennt und ausführt. Diese Verzögerung von interaktiven Elementen wird mit dem First Input Delay gemessen.

INP: Interaction to next Paint

INP: Interaction to next Paint
INP: Interaction to next Paint

Der nun noch recht neue Wert Interaction to next Paint misst die gesamte Reaktionszeit auf Benutzerinteraktionen. Während der First Input Delay also interaktive Elemente und ihre Verzögerung prüft, misst der INP einfach alle Klicks, Berührungen oder Tastatureingaben und stellt auf diese Weise fest, wann diese entsprechend erkannt sowie interpretiert werden.

CLS: Cumulative Layout Shift

CLS: Cumulative Layout Shift
CLS: Cumulative Layout Shift

Beim CLS geht es um Layoutverschiebungen. Der Cumulative Layout Shift stellt also fest, ob eine Website beim Laden Inhalte nachträglich hinzufügt und so beispielsweise für eine Verschiebung der Darstellung sorgt. Das ist häufig der Fall, wenn ein Werbebanner im Inhalt erst nachgeladen werden muss und dann dafür sorgt, dass der gesamte Artikel nach unten rutscht oder sich anderweitig verschiebt.

Interaction to next Paint wird, so der aktuelle Plan, die Metrik für den First Input Delay ersetzen. Das soll bis zum März geschehen. Statt also nur noch interaktive Elemente zu messen, werden die Core Web Vitals mit der INP in Zukunft einfach ein Augenmerk auf die gesamte Nutzerinteraktion legen. Je geringer die Verzögerung dabei ist, desto besser.

Warum ist die INP genauer als der FID?

Die Interaction to next Paint wird von Google als eine Messung angegeben, die in dem Augenblick stattfindet, in dem der Nutzer seine erste Interaktion mit der Website startet. Das kann bei der INP alles sein. Vom Touch auf dem Smartphone hin zu einer Tasteneingabe oder einem Mausklick. Sobald eine Interaktion stattfindet, wird die INP als Metrik gemessen. Gestoppt wird erst, wenn die Website visuell reagiert hat.

Damit ist die INP deutlich genauer und sinnvoller zu messen als der FID. Vor allem aber ist die Interaction to next Paint für die Reaktionsfähigkeit einer Website auch wesentlich genauer als etwa der First Input Delay. Doch schauen wir uns FID und INP noch einmal im Vergleich an.

Der First Input Delay misst eine Interaktion des Nutzers und stellt fest, wann der Browser mit der Verarbeitung dieser Aktion beginnt. INP hingegen misst die gesamte Interaktion von Anfang bis zum Ende. Dafür misst die INP die Interaktion, die Verzögerung und die Aktualisierung selbst. Es werden also die Eingabeverzögerung, die Verarbeitungszeit und das visuelle Feedback berücksichtigt.

Statt außerdem nur einmalig die erste Interaktion zu bewerten, überwacht die INP auch gleich noch alle weiteren. Damit misst die Interaction to Next Paint die gesamte Latenz der Interaktionen und nimmt als Grundlage für ihren Wert die schlechtesten zwei Prozent davon. Ziel der INP ist es damit, ein realistisches Bild der schlecht möglichsten Erfahrung einer Website aufzuzeichnen.

Woraus setzt sich die INP-Kennzahl zusammen?

Was ist eine Interaktion?
Was ist eine Interaktion?

Grob gesagt, wird mit der INP die Reaktionsfähigkeit einer Website gemessen. Nur eben über eine viel längere Strecke hinweg, als es noch beim First Input Delay der Fall war. Blogger müssen daher an allen Stellen gleichzeitig optimieren, statt nur noch den FID zu verbessern. Die Interaction to next Paint stellt dabei eine umfangreiche Messung aus den folgenden Bestandteilen dar.

Eingabeverzögerung

Auf modernen Websites kommt es vorwiegend zu Eingabeverzögerungen, weil der Browser mit der Bearbeitung anderer Aufgaben beschäftigt ist. Etwa umfangreiches Javascript, welches bestimmte Aktionen steuert oder ausführt. Klickt der Nutzer dann oder interagiert mit der Website, muss der Browser zunächst warten, bis das Script vollständig bearbeitet wurde, was eine direkte Eingabeverzögerung zur Folge hat. Ein Mensch merkt diese im Idealfall gar nicht, doch ist sie zu hoch, fällt die Eingabeverzögerung unangenehm auf und stört dann wiederum das Gesamterlebnis.

Verarbeitungszeit mit der Verarbeitungszeit hingegen ist die eigentliche Zeit gemeint, die ein Klick oder eine andere Interaktion benötigt. Typisch dafür sind Buttons, die beim Klick nicht sofort reagieren, weil die Verarbeitungszeit zu hoch ausfällt. Der Nutzer klickt dann mehrmals hintereinander, aber nichts passiert, bis die Anfrage später dann doch noch verarbeitet wird und die eigentliche Aktion ausführt. Weil solche Verzögerungen zu viel Frustration aufseiten des Besuchers führen, ist auch dieser Wert entsprechend wichtig für Google und die Core Web Vitals.

Präsentation Hier wird die Verzögerung gemessen, die bis zur Präsentation, also der visuellen Wiedergabe im Browser, durch erfolgreiches Rendering des Frames entsteht. Ein einfacher Wert, der jedoch viel zum Nutzererlebnis beiträgt.

Was ist eine gute Interaction to next Paint?

Wie immer ist es schwer zu sagen, was ein wirklich guter Wert ist. Denn neben all den theoretischen Zahlen kommt es immer auch auf die direkte Konkurrenz an. Wenn diese durchweg miserabel auftritt, dann bist du mit einem schlechten Wert natürlich weiterhin besser als sie. Doch schauen wir uns mal ganz ernsthaft an, was zu den INP-Kennzahlen und deren Einordnung derzeit zu finden ist.

Dazu blicken wir zunächst einmal in die Richtlinien des Chrome-Teams bezüglich der INP. Eine Bewertung von bis zu 200 ms soll demnach ideal sein, während ein Wert von 200 bis 500 ms nur noch als „okay“ gilt, also optimiert werden sollte. Alles darüber ist schlichtweg richtig schlecht und bedarf daher dringender Anpassungen, um den Wert schnellstmöglich zu verbessern.

Wichtig ist zu verstehen, dass die Werte immer nur die schlechteste Erfahrung widerspiegeln, nicht den normalen Zustand einer Website. Außerdem befasst sich der Wert von Interaction to Next Paint nicht mit einem einzelnen Klick, sondern dem Gesamtbesuch der Nutzer und somit allen Klick-, Tipp- und Tastaturinteraktionen. Für Google geht es also in erster Linie darum, die schlechtesten möglichen Werte zu finden, die deine Website liefert.

Wie lässt sich der INP verbessern?

Wer noch gar nicht viel optimiert hat, kann erst einmal mit den Standards beginnen. Vielfach bringen allgemeine Optimierungen auch beim INP Verbesserungen mit sich. Dazu gehören ein starkes Hosting mit schnellen Reaktionszeiten des Servers, möglichst gut optimierte WordPress-Themes und wenige, dafür sauber programmierte Plugins sowie ein gut eingerichtetes Caching, welches die Last der Aufrufe effektiv abfedert und verteilt.

Vor allem Javascript sollte zudem entfernt oder drastisch reduziert werden. Wenn verschiedene Scripte in ihren Aufgaben länger als 50 ms benötigen, kann es sein, dass sie damit den Haupt-Thread blockieren und dann schlussendlich auch unangenehme Verzögerungen hervorrufen. Die sind schlecht für den eigenen INP und sollten somit vermieden werden.

Auch besonders viele interaktive Elemente sorgen in der Regel für eine schlechtere Interaction to Next Paint. Beispielsweise wenn du viele und große Bilder einbindest, unzählige Videos integrierst, Maps hinzufügst oder extrem viel Javascript und CSS einsetzt, welches immer wieder neu abgerufen werden muss und das Layout zudem beständig anpasst.

Wer den INP verbessern möchte, sollte demnach konsequent aussortieren oder vorhandene Scripte und Styles entsprechend überarbeiten und optimieren. Für WordPress empfehlen sich dafür Performance-Plugins wie WP Rocket, Swift Performance und weitere. Schau am besten, was das angeht, einfach mal in meinem Artikel zur WordPress Performance nach. Dort findest du alle Tipps und Tricks, die du benötigst, um die Werte deines WordPress Blogs zu optimieren.

Fazit zur neuen Core Web Vitals Metrik

Wenn du meinen Blog schon länger verfolgst, dann weißt du bestimmt, dass ich sehr viel Wert auf sauberen Code, Optimierung und schnelle Websites lege. Denn was bringt all das schöne Drumherum, wenn deine Website dauerhaft träge reagiert oder entsprechend langsam lädt? Genau, gar nichts!

Mit dem neuen Wert der Interaction to Next Paint wird nun der recht ungenaue First Input Delay abgelöst. Das ist erst einmal gut für alle, weil genauere Werte auch eine bessere Vergleichbarkeit mit sich bringen. Und wenn genau gemessen wird, spiegelt sich auch jede Optimierung an WordPress sofort in dem jeweiligen Wert der Core Web Vitals wider.

Ab März ersetzt die INP dann den FID. Wie sich die neue Kennzahl im Feld schlägt und wie die Websites der Konkurrenz darauf reagieren, bleibt es dann abzuwarten. Ich bin jedenfalls gespannt und denke, ich konnte dir einen guten Einblick und Überblick über den Wert selbst, aber auch in Bezug auf mögliche Optimierungsmaßnahmen verschaffen. Jetzt bist du an der Reihe, deine Website entsprechend zu optimieren. Benötigst du Hilfe dabei? Ich freue mich über jede unverbindliche Kontaktaufnahme.

👉 So geht es weiter

  • Beginne mit der Optimierung deiner Website für die INP-Metrik, um die Nutzererfahrung zu verbessern.
  • Vertiefe dein Wissen über die Core Web Vitals und SEO und wie du sie für bessere Rankings nutzen kannst.
  • Erkunde weiterführende Strategien zur Website-Optimierung in unseren Artikeln über WordPress Performance und die besten WordPress-Plugins.

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