Videos richtig hosten.

WordPress ist nicht dein Video-Hoster! Warum du deine Videos nicht direkt in WordPress hochladen solltest

Möchtest du mehr zum Thema erfahren?

Es gibt ein Problem, über das ich immer wieder stolpere, wenn ich Blogs lese oder beruflich mit ihnen zu tun habe. Dabei geht es in erster Linie um WordPress-Blogs, die Videos als Inhalt präsentieren, diese Videos aber nicht einbetten, sondern direkt bei sich selbst, innerhalb der WordPress-Installation, hochladen.

Du fragst dich nun, wo genau das Problem liegt? Das dachte ich mir schon und habe das Thema zum Anlass genommen, in einem Artikel ausführlich darüber zu berichten. Denn WordPress ist nicht dein Video-Hoster! Das ist wichtig zu verstehen und wird gerade von Anfängern oder Neulingen, die sich mal eben einen Blog zusammenklicken, gerne übersehen. Schließlich ermöglicht WordPress, eigene Videos hochzuladen. Warum diese Funktion also nicht nutzen?

Vor allem, weil durch in WordPress hochgeladene Videos unzählige neue Probleme entstehen. Welche das sind, darum geht es jetzt noch einmal etwas ausführlicher. Wenn du also selbst Videos in WordPress hochlädst oder aktuell darüber nachdenkst, solltest du unbedingt weiterlesen.

Video-Uploads direkt in WordPress

Im Bereich Medien kannst du auch Videos hochladen.
Im Bereich Medien kannst du auch Videos hochladen.

Jetzt ist der Grundgedanke eines Video-Uploads direkt in WordPress ziemlich einfach und für jedermann sicherlich nachvollziehbar. Schließlich bietet WordPress mit der Mediathek etwas an, was nicht nur für Bilder, sondern natürlich auch für Videos geeignet ist. Im Block-Editor von WordPress wird das Video außerdem denkbar einfach eingefügt, es scheint also alles vollkommen natürlich abzulaufen. Wo liegen also die Probleme, wenn WordPress es einem so einfach macht, eigene Videos hochzuladen und einzubetten?

Vor allem im Verborgenen. Denn hinter dieser vermeintlich so einfachen Lösung verstecken sich tatsächlich viele technische Probleme. Aber auch ganz einfache Plattformgründe, die offenkundig dagegen sprechen, wenn du dich ein wenig näher mit ihnen beschäftigst. Schauen wir uns das kurz einmal an.

Probleme beim Upload von Videos in WordPress

Beginnen wir zunächst mit den Problemen eines Video-Uploads. WordPress konvertiert Videos beim Hochladen nicht. Genau das ist aber notwendig, damit die Videos flüssig und schnell gestreamt werden können. Es hat einen Grund, warum Videoplattformen beim Upload viele verschiedene Qualitätsstufen erzeugen und jede einzelne von ihnen noch einmal gesondert optimiert wird. Denn nur so lassen sich die gigantischen Datenmengen sinnvoll wiedergeben und für die Nutzer angenehm und ohne Ruckler streamen.

Datenmengen sind ein gutes Stichwort. WordPress läuft nämlich meist in begrenzten Tarifen. Und auch wenn der Traffic inklusive ist, hast du einmal keinen freien Speicher mehr oder musst upgraden, nur aufgrund der Videos. Je nach Qualitätsstufe sind diese nämlich schnell einige Gigabyte groß. Traffic ist außerdem nicht gleich Bandbreite und so ruckelt sich manches Video beim Nutzer mühsam ab, weil dieser es eben nicht vernünftig laden kann. Schließlich liegt es nicht auf einem für Videos optimierten Speicher, sondern auf der Festplatte deines Blogs.

Du könntest deine Videos auf einem CDN hochladen und von dort aus einbinden. Das würde jedoch zusätzliche Kosten verursachen und du hättest immer noch keine verschiedenen Versionen und Qualitätsstufen, geschweige denn einen optimierten Videoplayer.

Last but not least ist es ziemlich fummelig, in WordPress die Übersicht über hochgeladene Videos zu behalten. Auch wenn das in den vergangenen Jahren immer einfacher wurde und Video-Plugins wie VideoPress es noch weiter trivialisieren, entstehen mit Video-Uploads innerhalb von WordPress im Grunde nur unnötige Kosten. Vor allem aber bleibt WordPress eine Plattform, die schlichtweg nicht für Videos gemacht und gedacht ist. Auch wenn das manchmal so scheint.

Vorteile beim Upload von Videos in WordPress

All das trifft aber nur dann zu, wenn du ständig neue Videos in WordPress hochlädst. Wenn also in jedem Beitrag ein Video angehängt wird oder du vorgestellte Produkte immer auch noch in einem Video zeigen möchtest, fast wie ein YouTuber, macht Googles Plattform YouTube vermutlich weitaus mehr Sinn. Geht es aber um einzelne, eher seltene Videos, ist es denkbar einfach, diese direkt in WordPress hochzuladen. Unter Umständen ergibt das sogar Sinn, da sich ein externer Service schlichtweg nicht lohnt, nur um ein einziges Video einzufügen.

Viel mehr Vorteile fallen mir dazu dann aber schon gar nicht mehr ein. Denn die Nachteile beim Video-Upload direkt in WordPress überwiegen einfach zu sehr. Das hat einen ganz einfachen Grund und genau um diesen geht es im nächsten Absatz.

Videohosting ist ein sehr spezielles Hosting

Denn das Problem beim Videohosting ist, dass dieses für sich genommen ziemlich anspruchsvoll erscheint. Technisch gesehen sollte und muss ein Video erst einmal in vielen unterschiedlichen Qualitätsstufen vorliegen. Aus dem einfachen Grund, damit jeder Nutzer es, egal ob mit langsamen mobilen Internet oder Highspeed-Anschluss zu Hause, entsprechend starten und ansehen kann.

Auch der Player ist entscheidend. Nicht nur um die bestmögliche Nutzererfahrung bieten zu können, sondern auch die technischen Grundlagen bereitzuhalten. Denn technisch sollte ein Video nicht einfach geladen, sondern clever gestreamt werden. Bricht ein Nutzer dein Video ab, endet auch sein Download. Videostreaming selbst ist wieder eine ganz andere Kategorie von Optimierung und Anpassung. Da geht es viel um Bandbreite, durchdachte Übertragung, automatische Qualitätsauswahl und noch eine ganze Menge mehr.

Videohosting ist somit eine sehr komplexe Angelegenheit, bei der es auf nahezu alle technischen Aspekte ankommt, die du dir vorstellen kannst. Egal, ob nun Player, Server, CDN, Bandbreite, Thumbnailformat, Cache und Buffering. Und wenn deine Videos, sobald sie mehrere Leute gleichzeitig anschauen, den gesamten Server und somit deine WordPress-Website lahmlegen, ist damit vermutlich auch niemandem geholfen. Doch genau das passiert dann oft und führt dazu, dass die parallelen Downloads eines Videos zum Problem für alle anderen Inhalte werden.

Videos gehören auf dedizierte Videoplattformen

Genau deshalb gehören Videos auf spezialisierte Videoplattformen, die sich um nichts anderes kümmern. Es muss nicht YouTube sein. Es gibt auch Hoster, die sich rein auf die Vermarktung und Bereitstellung von Videos und Livestreams spezialisiert haben. Vimeo und Wistia zum Beispiel. Oder in Europa Bunny Stream oder aber Dailymotion. Auf diesen kannst du deine Videos hochladen und sehr genau darüber bestimmen, wie der Player aussieht und wo die Videos eingebettet werden dürfen.

Dennoch spricht nichts gegen YouTube. Ein gutes Video mit Link zum Artikel kann die Aufrufzahlen in die Höhe treiben. Umgekehrt genauso. Auf diese Weise ergibt es Sinn, einen YouTube-Kanal aufzubauen, statt ihn als Anhängsel zu einem Artikel zu betrachten. Denn das sind Videos heutzutage nicht mehr. Und wenn du erst einmal einen gut laufenden YouTube-Kanal hast, bringt das auch deinem WordPress-Blog wieder etwas und ist ein zweites Standbein.

Wenn du mehr über die Möglichkeiten erfahren möchtest, deine Videos hochzuladen, solltest du hier in meinen Artikel schauen. Dort stelle ich die aus meiner Sicht besten Möglichkeiten noch einmal genauer vor.

Erfolgreich auf beiden Plattformen

Der erste Impuls bei einem Video-Upload in WordPress ist immer der, dass es die eigene Plattform ist. Was ich hier hochlade gehört mir, richtig? Nicht wirklich, denn geklaut wird ohnehin und wenn du ein tolles Video erstellst, das aber nicht auf YouTube veröffentlichst, kopiert dort jemand deine Idee und hat Erfolg auf der Plattform. Ganz einfach. Es gibt unzählige Videos dort, die als kreative Grundlage Artikel verwenden.

Außerdem erinnere ich mich selbst immer wieder gerne daran, dass Google die größte Suchmaschine ist, YouTube aber die zweitgrößte Suchmaschine der Welt darstellt. Wer Videos sucht, der sucht diese bei YouTube. Wird dein Video dort gefunden und ist der Beitrag dazu verlinkt, landen Nutzer also auch auf deinem WordPress-Blog.

Gleichzeitig genießt du optimiertes Streaming und die wohl weltweit etablierteste und am besten optimierte Videolösung überhaupt. Allein der Player ist für viele Nutzer schon Standard und alles, was davon abweicht, wird häufig sogar als unangenehm empfunden.

Neben all diesen technischen Aspekten ist es also auch einfach die Gewohnheit, die dafür sorgt, dass Videos auf entsprechende Plattformen gehören. Versuch es also nicht anders zu machen, sondern sei erfolgreich auf YouTube und WordPress gleichermaßen.

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Ein Kommentar

  1. DAS musste ich auch auf die harte Tour lernen. Zwei Videos legten den gesamten Blog lahm und ich wusste monatelang nicht, warum der so langsam ist und was Probleme machte. Wichtiger Artikel und schön geschrieben. Versteht man sehr gut als Problem.